JARA-BRAIN: Erforschung psychischer und neurologischer Erkrankungen

  Professor Haber und ein Patient am Computertomographen Peter Winandy

Mit JARA-BRAIN sollen neue Strategien zur Vorbeugung, Diagnose und Therapie psychischer und neurologischer Hirnerkrankungen erarbeitet werden, indem Grundlagenforschung, klinische Forschung und technisch-methodische Kompetenz eng miteinander verknüpft werden.

 

Zum Hintergrund

Psychische und neurologische Krankheiten des Gehirns haben – neben der Bedeutung für Betroffene und Angehörige – große Auswirkungen auf Gesundheitspolitik, Kosten und Sozialsysteme. Die Zahl dieser Erkrankungen wird in Zukunft aufgrund der demographischen Entwicklung noch steigen.

Ziele

Mit JARA-BRAIN werden neue Strategien zur Vorbeugung, Diagnose und Therapie psychischer und neurologischer Hirnerkrankungen erarbeitet, indem Grundlagenforschung, klinische Forschung und technisch-methodische Kompetenz eng miteinander verknüpft werden. Dabei entstehen neue Forschungsfelder und Qualifikationen – so zum Beispiel der „Klinische Wissenschaftler“ beziehungsweise die „Klinische Wissenschaftlerin“.

Angestrebt wird eine rasche Übertragung – Translation – von Forschungsergebnissen in die klinische Erprobung und gegebenenfalls Anwendung und Definition von Vorbeugungsmaßnahmen.

Im Translationszentrum für Hirnerkrankungen geht es unter anderem darum, Prädiktoren – Biomarker – für psychische und neurologische Erkrankungen durch bildgebende und neurophysiologische Untersuchungen – MRT, PET, MEG – sowie genetische Charakteristika zur Präzisierung von individuellen Erkrankungsrisiken und des individuellen Krankheitsverlaufs zu finden.

Weiterhin soll der Einsatz von neuen technischen Systemen, zum Beispiel Hirnschrittmacher, an Patienten beschleunigt sowie der Einsatz von technischen Innovationen in der Bildgebung und der Transfer in die klinische Anwendung gefördert werden. Schwerpunkte sind neurodegenerative Erkrankungen – Demenzen, Parkinson, Alzheimer –, Schizophrenie, affektive Erkrankungen und Entwicklungsstörungen. Dabei liegt der Fokus auf drei Zeitfenstern: höheres Lebensalter, dritte Dekade des Lebens und Kindes- beziehungsweise Jugendalter.

Die Partner

JARA-BRAIN verfestigt die bereits bestehende Zusammenarbeit in zahlreichen Projekten zwischen den RWTH-Fakultäten Ingenieurwissenschaften/Physik/Informatik und der Medizinischen Fakultät einerseits und den entsprechenden Instituten am Forschungszentrum Jülich andererseits.

Einer der drei Forschungsschwerpunkte der Medizin an der RWTH Aachen ist „Klinische Neurowissenschaften“. Das Forschungszentrum Jülich hat den Bereich Gesundheitsforschung ebenfalls als einen seiner Schwerpunkte definiert und verfügt zudem über eine einzigartige Ausstattung – Bildgebungssysteme, Forschungsbettenstation, 9,4-T-MR-PET-Hybridsystem.

Gründungsmitglieder von JARA-BRAIN sind 20 Kliniken beziehungsweise Institute der RWTH Aachen und sämtliche neurowissenschaftliche Institute des Forschungszentrums Jülich.

JARA-BRAIN-Institute

Die Herausforderungen translationaler Neurowissenschaften sind in dem Rahmen üblicher Projektlaufzeiten nicht lösbar. Zur Ermöglichung einer langfristigen programmatischen Zusammenarbeit wurden deshalb am 1. April 2016 zwei JARA-BRAIN-Institute an der RWTH Aachen und am Forschungszentrum Jülich eingerichtet. Ziel der Institute ist insbesondere, die für die klinischen Neurowissenschaften – aus den neuen zur Verfügung stehenden Methoden der molekularen, systemischen und computational Neuroscience – erwachsenen Chancen systematisch zu entwickeln. Dies geschieht unter dem Aspekt, den konkreten Nutzen für Patienten aufzugreifen und daraus neue therapeutische Ansätze zu schaffen.

 

Externe Links

  • JARA-BRAIN

    Homepage der Sektion JARA-BRAIN der Jülich-Aachen Research Alliance